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Choreographie des Friedens – Leimener Otto-Graf-Realschüler mahnen in Niederbronn-les-Bains zum Frieden

Der 18.05.2019 war ein besonderer Tag in der 25-jährigen Geschichte der Jugendbegegnungsstätte Niederbronn-les-Bains/ Frankreich des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.:  Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie wurde ein Neubau eingeweiht, der nun einer noch größeren Personenzahl den hervorragenden Raum zur Friedenbildung vor Ort öffnet. Groß war die Zahl der anwesenden Würdenträger, wie Guido Wolf, Minister der Justiz und für Europa des Landes Baden-Württemberg sowie der Vizepräsident des Volksbundes, Richard Reisinger. Auf französischer Seite nahmen Brigitte Klinkert, Präsidentin des Conseil départemental du Haut-Rhin, sowie Frédéric Reiss, Abgeordneter des Départements Bas-Rhin in der französischen Nationalversammlung, an dieser gemeinsamen Eröffnungsfeier teil.  Aufgrund ihrer hervorragenden Basisarbeit im Bereich der Friedenserziehung und Demokratieförderung wurde die Klasse 9a der Otto-Graf-Realschule Leimen mit den Verantwortlichen Martin Kohler und Andrea Wilde zur Feier und einer Begegnungswoche im Vorfeld seitens des Volksbundes eingeladen. Diese Einladung und Teilnahme an der Zeremonie stellt eine hohe Auszeichnung für die Leimener und ihre pädagogische Arbeit dar. Während der Gedenkveranstaltung sorgten die Realschüler für einen besonderen „Gänsehaut-Moment“, als sie nach einer bewegenden Rede von Melanie Valjavin, Sarujan Sivakumar und Yann Piot  ein Gemälde der Schülerin Susanne Besuchow an Joel Krieger, stellvertretende Leiterin der JBS, und Herrn Richard Reisinger, stellvertretender Präsident des Volksbundes, unter großem Beifall der Gäste als Geschenk überreichten. Das Gemälde entstand in Auseinandersetzung mit den Erfahrungen vor Ort und soll die Besucher der Jugendbegegnungsstätte zum Nachdenken anregen und zum Handeln für den Frieden motivieren. Die Botschaft des Bildes wurde später unter dem Hochkreuz auf der Kriegsgräberstätte wirkungsvoll mit einer Choreographie in Bewegung gesetzt. Umrahmt von selbstgeschriebenen Gedichten wurde in einem bewegten Spiel Hass, Missgunst, Neid und Krieg von guten Kräften wie Selbstbestimmung, Toleranz, Vielfalt und Frieden überwunden. Abschließend symbolisierte der entstandene Kreis aus Schülern die Vollkommenheit und den Frieden. Der deutliche Appel, den Frieden zu bewahren und sich weiterhin, jeder Einzelne in seinem Rahmen, für dessen Erhalt einzusetzen, erreichte so ein breites Publikum. Der Vize-Präsident des Volksbundes, Reisinger, betonte die Wichtigkeit der Friedensarbeit in Niederbronn:  „Junge Menschen können hier auf dieser Kriegsgräberstätte anhand der Schicksale von über 15.000 Kriegstoten aus 17 Nationen ganz konkret die schmerzhafte Geschichte des Zweiten Weltkriegs, der vom nationalsozialistischen Deutschland ausging, erfahren. Zugleich lehrt gerade die Entwicklung dieser Region aber auch, wie vielfältig und wechselvoll die deutsch-französischen Beziehungen inmitten des Kontinents verliefen.

Wir befinden uns an einem deutsch-französischen wie europäischen Gedenkort.“

Andrea Wilde und Martin Kohler, die als Motoren der Bildungspartnerschaft mit dem Volksbund die Friedenserziehung der Otto-Graf-Realschüler  lebendig gestalten, schätzen den Lern- und Erfahrungsraum Niederbronn-les-Bains sehr: „Dem Team vor Ort gilt unser herzlicher Dank, da mit dem weitreichenden Angebot für Schüler eine wertvolle Grundlage für die Friedenserziehung außerhalb des Klassenzimmers gelegt wird. Die Kriegsgräberstätte lehrt geschichtliche Entwicklungen zu verstehen und den momentanen europäischen Frieden wertzuschätzen sowie gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu beobachten und sich für den Erhalt des Friedens einzusetzen. Die Jugendbegegnungsstätte schafft den so wichtigen Raum für Begegnung und das gegenseitige Verstehen.“