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Gestern Leimen, heute Glasgow: Schüleraustausch der Otto-Graf-Realschule Leimen mit Schottland nimmt Fahrt auf

Gelungene Premiere: Zum ersten Mal fand im Rahmen des neu ins Leben gerufenen Schüleraustauschs mit der Chryston High School der Besuch Leimener Otto-Graf-Realschüler in Glasgow statt. Das neue Austauschprogramm bietet ausgewählten SchülerInnen der Klassenstufe 9 die Möglichkeit, neben der Verbesserung ihrer sprachlichen Kenntnisse durch authentische Kommunikationssituationen auch Einblicke in eine neue Kultur zu erhalten. Dieses Jahr packten 15 Schülerinnen ihre Koffer. Literarisch hat Theodor Fontane in seinem „Jenseits des Tweed“ seinen Eindrücken über Schottland ein Denkmal gesetzt: „Diese Schönheit beschreiben zu wollen, wäre eitles Unterfangen, aber die Frage läßt sich wenigstens beantworten, aus welchen Elementen sich diese Schönheit auferbaut.“ Worin genau der Reiz des Austausches und die Schönheit des Landes für die jungen LeimerInnen bestand, beschreibt die SchülerreporterIn Michelle Leibel, Klasse 9a, in ihrem Reisebericht:

Am Montag, den 25.05.2019, machten sich 15 Schüler der neunten Klasse auf den Weg zum Austausch nach Glasgow. Nach den letzten Verabschiedungen flogen wir von Stuttgart aus nach Schottland. Nachdem wir dort ankamen, wurden wir vom schottischen Lehrer Mister Kirk empfangen, der für den Austausch verantwortlich war. Gemeinsam liefen wir zu unserem Hostel „Tartan Lodge“. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen ersten Eindruck von der wunderschönen Stadt Glasgow bekommen und auch einige ungewohnte Situationen erleben, wie zum Beispiel, dass die Autos aus einer anderen Richtung kamen und die Fahrer nicht wie bei uns in Deutschland auf der linken, sondern auf der rechten Seite saßen.

Am nächsten Morgen starteten wir richtig in das Abenteuer, nachdem am vorherigen Abend alle erschöpft in die Betten gefallen waren. Nach Pancakes nahmen wir den Bus zur Chryston High School. Als wir dort eintrafen, wurden wir herzlich von den dortigen Schülern begrüßt und in ein Klassenzimmer gebracht, wo uns mehrere Lehrer und die restlichen Schüler herzlich willkommen hießen. Schottische Süßigkeiten standen für uns bereit und wir wurden vom Direktor begrüßt. Des Weiteren hörten wir eine Präsentation über unsere Wochenplanung.  Später wurden wir in Kleingruppen von den schottischen Schülern durch die Schule geführt. Auf der Tour bekamen wir einen Einblick, wie der Schulalltag der Jugendlichen in Schottland aussieht. Neben einem Aufnahmestudio, einem eigenen Schulgarten und mehreren Computerräumen, gab es auch Technik- Räume mit Laser- und 3D-Drucker. Zwei gravierende Dinge unterscheiden sich deutlich: die Schüler dort tragen eine Uniform und der Unterricht beginnt um 9 Uhr und endet meistens erst um 16 Uhr. Während des Rundgangs konnten manche von uns erste Gespräche mit den Schülern dort führen und wir unterhielten uns über unsere Hobbies oder was wir sonst in unserer Freizeit tun. Später ging es für alle von uns in den Unterricht. Während einer Stunde NWA, wie wir sie bei uns nennen würden, experimentierten wir gemeinsam mit unseren Austauschpartnern. Anschließend konnten wir uns zwischen Musik oder MuM entscheiden. Im Musikunterricht konnte wir einigen talentierten Schülern zuhören, wie sie selbstvorbereitete Stücke präsentierten, wie zum Beispiel „Lieblingsmensch“ von Namika. In MuM kochten die anderen ein typisch schottisches Gericht, genannt „Haggis“. Danach gingen wir alle zum „Lunch“ und aßen zusammen. Nach der Mittagspause tanzten wir alle gemeinsam typisch schottische Tänze sowie den Tanz der Chryston High School zum Lied „Rolling on the river“. Als wir alle unsere Tanzkünste unter Beweis gestellt hatten, stellte sich uns die Wahl zwischen Kunst oder ICT, welches man mit ITG vergleichen kann. Schließlich hatten wir alle gemeinsam eine Stunde Technik und fuhren dann zurück zum Hotel. Abends trafen wir uns zum Bowling im Springfield Quay. Dort konnten wir bowlen, aber auch in der Gaming- Halle spielen, die sich auch dort befand.

In den nächsten Tag starteten wir um 9:20. Wir wurden vor unserem Hostel von einem Bus abgeholt, der uns nach Alloway zum Robert Burns Museum fuhr. Als nächstes besuchten wir das Culzean Castle. Von dort aus hatte man einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Nachdem wir durch das Schloss gegangen waren, fuhren wir an den Strand und machten einen Spaziergang entlang am Wasser. Abends fuhren wir dann wieder nach Hause. Der Donnerstag startete für uns mit einer Zugfahrt nach Edinburgh. Auf dem Weg zum Edinburgh Castle sahen wir zum ersten Mal die Hauptstadt sowie Dudelsackspieler und schottische Soldaten in typischen Röcken. Nach unserem Schlossbesuch ging es in die Innenstadt von Edinburgh. Hier konnten wir in Kleingruppen die Innenstadt erkunden, shoppen oder uns in einen der vielen Parks setzen. Als letzten Tagespunkt besichtigten wir das schottische Parlament. Während der Führung erfuhren wir, dass vor einigen Jahren ein Contest veranstaltet wurde, um das Parlament zu entwerfen. Der Gewinner war Enric Miralles. Der schlussendliche Entwurf stammte von dem katalanischen Architekten. Freitags ging es dann zu Loch Lomond, ein See am Eingang zu den Highlands. Bei einer Bootstour konnten wir die schöne Natur genießen und die Ausläufer der Highlands bewundern. Nachmittags gingen wir dann zum ersten Mal nach Glasgow in die Innenstadt und hatten dort Zeit, uns in Kleingruppen die Stadt anzuschauen. An diesem Abend kochten wir im Hostel Chili con Carne. Am vorletzten Tag unseres Austausches besuchten wir die Kelvingrove Art Gallery und das dazugehörige Museum. Hinterher ging es dann zum Riverside Museum und nachmittags nochmal in die Innenstadt von Glasgow. Am Sonntag Morgen begann schon der letzte Tag unseres Austausches. So besuchten wir als erstes die Fun Fair in Glasgow, die man sich als große Kerwe vorstellen kann und anschließend gingen wir gemeinsam ins Kino, um dort den Film Aladdin anzusehen. Gemeinsam mit den schottischen Schülern aßen wir gemeinsam bei Taco Bell und verabschiedeten uns dann von ihnen. Am nächsten Morgen flogen wir zurück nach Deutschland und so in unser gewohntes Leben.

To sum up: In der Woche konnten wir sehen, wie Teenager in einem anderen Land leben und wie ihr Alltag eigentlich aussieht. Diese Perspektive bietet sich einem nicht unbedingt als Tourist. Hier liegt der große Vorteil eines Austauschs. In einem Schüleraustausch ist man näher am Alltag und genau das ist so spannend. Rückblickend finde ich, dass diese Woche eine einzigartige Erfahrung war, die wir unser ganzes Leben nicht mehr vergessen werden!

Michelle Leibel, 9a